Bluttransfusionen
Wenn das eigene Blut nicht mehr reicht
Bei schweren Verletzungen, Blutarmut oder bestimmten Erkrankungen kann eine Bluttransfusion Leben retten – und das nicht nur beim Menschen, sondern auch bei unseren Haustieren.
Die wichtigste Indikation ist ein akuter Blutverlust – etwa nach Unfällen, Operationen oder inneren Blutungen. Grundsätzlich entscheidet ein Tierarzt oder eine Tierärztin anhand von Blutwerten, Symptomen und dem allgemeinen Zustand des Tieres, ob eine Transfusion notwendig ist.
Blutgruppenbestimmung:
Hunde haben verschiedene Blutgruppen, die als Dog Erythrocyte Antigens (DEA) bezeichnet werden. Die häufigsten sind DEA 1.1 positiv und DEA 1.1 negativ, aber es gibt auch andere Typen wie DEA 1.2, DEA 3 und DEA 4.
Im Gegensatz zu Menschen haben Hunde keine angeborenen Antikörper gegen fremde Blutgruppen. Daher ist die Blutgruppe bei der ersten Transfusion weniger kritisch. Nach der ersten Transfusion beginnt die Antikörperbildung innerhalb von 3–5 Tagen, wodurch zukünftige Transfusionen eine genaue Blutgruppenbestimmung erfordern.
Merke: Hunde mit DEA 1.1 negativ sind besonders geeignete Spender, da ihr Blut universell verträglich ist, viele Greyhounds sind DEA 1 negativ und daher bevorzugte Blutspender.
Kreuzprobe:
Wenn ein Hund bereits eine Bluttransfusion erhalten hat, wird vor einer erneuten Transfusion eine Kreuzprobe durchgeführt. Dabei werden die roten Blutkörperchen und das Plasma des Spender- und Empfängerhundes gemischt, um die Verträglichkeit zu testen.
Es gibt verschiedene Bezugsquellen für eine Transfusion:
- Spontane Spende von Privattieren
In Notfällen können befreundete oder kompatible Haustiere eines Besitzers direkt als Spender fungieren. Voraussetzung sind Gesundheit, passendes Alter und ausreichendes Körpergewicht, denn die entnommene Menge hängt vom Gewicht des Spenders ab (etwa 10–15 ml pro Kilogramm Körpergewicht). - Klinikeigene Spender
Große Tierkliniken haben eine eigene Blutbank, zum Beispiel ein Verzeichnis aus geeigneten Spendertieren in der Region, welche im Notfall kurzfristig zur Verfügung stehen. Wichtig: Spender-Tiere werden gründlich untersucht, um Infektionskrankheiten auszuschließen und die Blutgruppe zu bestimmen.
Bluttransfusionen spielen in der modernen Tiermedizin eine immer wichtigere Rolle und können in akuten Notfällen oder bei chronischen Erkrankungen das Leben von Hunden, Katzen und anderen Haustieren retten.